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Dienstag, 18. September 2007

Lausitzer Rundschau,18.09.2007, Seite 3

Umweltgruppe protestiert gegen Abbaggerung / Grüne Liga mit Verständnis und Resignation / Vattenfall-Vermittlung scheitert

Robin Wood besetzt Bäume an den Lakomaer Teichen

Cottbus.  Der Protest gegen die Abbaggerung der Lakomaer Teiche bei Cottbus geht auch nach der außergerichtlichen Einigung zwischen Grüner Liga und dem Energiekonzern Vattenfall weiter. Gestern besetzte ein Dutzend Aktivisten der Umweltgruppe Robin Wood Bäume an den Teichen.

„Wir machen das aus Protest gegen die Abbaggerung. Vattenfall soll nicht unbemerkt von der Öffentlichkeit hier die Bäume abholzen“, sagte die Sprecherin der Gruppe, Ute Bertrand.


Die Schlacht ist verloren

Die Grüne Liga äußerte Verständnis für die Proteste von „Robin Wood“. Die „klimapolitisch nicht mehr zu verantwortende Braunkohleverstromung“ müsse weiter bekämpft werden, erklärte der Verband gestern in Cottbus. Nach mehr als 17 Jahren Einsatz für den Erhalt der Lakomaer Teiche sei die Zerstörung der Landschaft mit juristischen Mitteln jedoch nicht mehr zu verhindern. „Die Schlacht um Lakoma ist leider verloren“, sagte ein Sprecher der Organisation.

Vattenfall erklärte, die Aktion sei für sie illegal und nicht nachvollziehbar. „Wir erwarten, dass die Gruppe ihre Aktion umgehend einstellt“, sagte Marco Bayer, Unternehmenssprecher von Vattenfall Europe. Man sei aufgrund des Urteils des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. Juli auf der rechtlich sicheren Seite und setze auf einen selbstständigen Rückzug der Baumbesetzer. Ein Unternehmenssprecher, der mit der Umweltgruppe verhandelte, blieb erfolglos. „Die Argumente haben uns nicht überzeugt. Wir bleiben“, so Bertrand nach dem Treffen. Die Aktivisten hätten sich eingerichtet und würden mindestens über Nacht in den Bäumen bleiben. „Wir wollen eine möglichst breite Öffentlichkeit für das, was hier passiert. Solange die gegeben ist, bleiben wir“, sagte die Robin Wood-Sprecherin. Der Cottbuser Polizei lag bis zum Abend keine Anzeige vor, weshalb sie nicht aktiv wurde.

Vattenfall hatte Anfang des Monats nach jahrelangen Prozessen mit der Trockenlegung der Lakomaer Teiche begonnen, um neue Braunkohlevorkommen zu erschließen. Unter den unter europäischem Naturschutz stehenden Teichen liegen geschätzte 42 Millionen Tonnen Braunkohle.


Außergerichtliche Einigung

Die brandenburgische Grüne Liga hatte in der vergangenen Woche ihren juristischen Widerstand gegen die Zerstörung der Teichlandschaft aus finanziellen Gründen aufgegeben. Vattenfall hatte sich in einem außergerichtlichen Vergleich im Gegenzug bereit erklärt, sämtliche Prozesskosten der bereits mehrere Jahre währenden Gerichtsverfahren zu übernehmen. Die Kosten belaufen sich Medienberichten zufolge auf rund 100 000 Euro.

 (dpa/epd/uf)

M. Helbig

 

 

 
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